25 Jahre Städtepartnerschaft mit Polen

Grudziadz in seinen schönsten Farben

Gütersloh (gpr). 25 Jahre besteht die Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Grudziadz (Graudenz). Anlass genug, Rückschau zu halten, aber auch den aktuellen Austausch nochmals zu intensivieren. Gelegenheit dazu gibt es genug in diesem Jahr – etwa beim Drei-Partner-Festwochenende am 21. und 22. Juni im Rahmen von Gütersloh international oder bei einer gemeinsamen Veranstaltung aller fünf Partnerstädte zu internationalen Schulpraktika. Den Auftakt bildet eine Ausstellung mit Stadtansichten aus Grudziadz im Gütersloher Stadtmuseum, die am 11. Mai eröffnet wurde und noch bis zum 13. Juli dort zu sehen ist. Eine kleine polnische Delegation unter der Leitung des stellvertretenden Stadtpräsidenten Przemyslaw Slusarski nutzte den Besuch zur Eröffnung aber auch, um weitere Kontakte zwischen Gütersloher und Grudziadzer Institutionen zu knüpfen. So standen unter anderem Gespräche mit dem Kinderschutzbund und dem Klinikum Gütersloh auf dem Programm – ein besonderes Anliegen von Beata Przybylska, die in Grudziadz für den Bereich Sozales zuständig ist. Zur Vorbereitung der Praktikumsbörse im Juni, an der auch Lehrer und Lehrerinnen aus der polnischen Partnerstadt teilnehmen werden, traf sich die Delegation mit Lehrern und Lehrerinnen des Städtischen Gymnasiums.

Für Malgorzata Kurzynska, Leiterin des Grudziadzer Stadtmuseums, und ihren Gütersloher Kollegen Dr. Rolf Westheider soll die Ausstellung mit Bildern des polnischen Künstlers Zbigniew Szczepanek ebenfalls nicht die letzte Zusammenarbeit gewesen sein. Im Herbst reisen ungewöhnliche Stadtansichten aus Gütersloh – Fotografien von Peter Smiatek aus dem Buch „Gütersloh von oben“ - in die Partnerstadt. Und auch die fast 50 Aquarelle aus Grudziadz, die ebenso durch Detailtreue wie durch die eigene Handschrift des 81jährigen Malers und Zeichners bestechen, dürfte zahlreiche Gütersloh animieren, in die polnische Partnerstadt zu reisen.

Bei der Ausstellungseröffnung trafen sich v.l. Malgorzata Kurzynska, Museumsleiterin in Grudziadz, stv. Bürgermeisterin Moinika Paskarbies, Beata Przybylska, Stadt Grudziadz, Ursula Seyfarth (Dolmetscherin), Przemyslaw Slusarski, stv. Stadtpräsident aus Grudziadz, Karin Delbrügge, Stadt Gütersloh (verantwortlich für den Kontakt zu den Partnerstädten), Dr. Rolf Westheider (Stadtmuseum Gütersloh) und Ute Kugel-Erbe, Gütersloher Malerin, die zu den ersten Gütersloher Künstlern gehörte, die in Grudziadz ausgestellt haben.Weitere Infos hier.

Gütersloh und Châteauroux: deutsch-französische Sonderausstellung

Der große Krieg

Überwältigende Resonanz: Bei der Ausstellungseröffnung und beim anschließenden Vortrag von Dr. Arndt Weinrich blieb kein Platz frei im Stadtmuseum. Bild: Stadt Gütersloh / Redeker mehr

Gütersloh (Glocke). Es ist eine gemeinsame Ausstellung der deutsch-französischen Partnerstädte Gütersloh und Châteauroux. Sie zeigt persönliche Schicksale: den Lebenslauf von Richard Dopheide, der in Gütersloh geboren wurde und im März 1918 im französischen St. Quentin durch eine feindliche Gewehrkugel fiel. Oder den nächtlichen Aufbruch des Gütersloher Schriftstellers Fritz Steinhaus mit Liebesgaben – Lebensmitteln, Geschenken und anderen nützlichen Dingen –, die er an Kriegsteilnehmer und -gefangene verteilen wollte.

Das Besondere der Ausstellung: Der Blick wird auf den Krieg der Menschen in der Heimat gelenkt. Die Aufnahmen stammen fast vollständig aus privaten Beständen. Dass es keine heile Welt war, wie die in Gütersloh gedruckten und verteilten Flugblätter es zwischen 1914 und 1918 vermittelten, spürten auch die Menschen, die zu Hause geblieben waren. Ein Foto zeigt zum Beispiel den Marsch französischer Kriegsgefangener zur heutigen Klinik des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL). Außerdem werden nach intensivem einjährigem Austausch zwischen beiden Städten die deutsche und französische Perspektive auf den Krieg und die ehemalige Erbfeindschaft aufgezeigt.

Die Gütersloher Biographien des Ersten Weltkriegs sind weiter ein Thema, sagt Museumsleiter Dr. Westheider. Ausstellungen sollen folgen – bis sich das Kriegsende 2018 jährt.