Rekrutenausbildung in der Heimat. Ein historisches Foto aus dem Jahre 1914. Quelle: Stadtarchiv.

Gütersloh und Châteauroux: deutsch-französische Sonderausstellung

Der große Krieg

Bei der Ausstellungseröffnung trafen sich v.l. Malgorzata Kurzynska, Museumsleiterin in Grudziadz, stv. Bürgermeisterin Moinika Paskarbies, Beata Przybylska, Stadt Grudziadz, Ursula Seyfarth (Dolmetscherin), Przemyslaw Slusarski, stv. Stadtpräsident aus Grudziadz, Karin Delbrügge, Stadt Gütersloh (verantwortlich für den Kontakt zu den Partnerstädten), Dr. Rolf Westheider (Stadtmuseum Gütersloh) und Ute Kugel-Erbe, Gütersloher Malerin, die zu den ersten Gütersloher Künstlern gehörte, die in Grudziadz ausgestellt haben.Weitere Infos hier.

Überwältigende Resonanz: Bei der Ausstellungseröffnung und beim anschließenden Vortrag von Dr. Arndt Weinrich blieb kein Platz frei im Stadtmuseum. Bild: Stadt Gütersloh / Redeker

Gütersloh (Glocke). Es ist eine gemeinsame Ausstellung der deutsch-französischen Partnerstädte Gütersloh und Châteauroux. Sie zeigt persönliche Schicksale: den Lebenslauf von Richard Dopheide, der in Gütersloh geboren wurde und im März 1918 im französischen St. Quentin durch eine feindliche Gewehrkugel fiel. Oder den nächtlichen Aufbruch des Gütersloher Schriftstellers Fritz Steinhaus mit Liebesgaben – Lebensmitteln, Geschenken und anderen nützlichen Dingen –, die er an Kriegsteilnehmer und -gefangene verteilen wollte.

Das Besondere der Ausstellung: Der Blick wird auf den Krieg der Menschen in der Heimat gelenkt. Die Aufnahmen stammen fast vollständig aus privaten Beständen. Dass es keine heile Welt war, wie die in Gütersloh gedruckten und verteilten Flugblätter es zwischen 1914 und 1918 vermittelten, spürten auch die Menschen, die zu Hause geblieben waren. Ein Foto zeigt zum Beispiel den Marsch französischer Kriegsgefangener zur heutigen Klinik des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL). Außerdem werden nach intensivem einjährigem Austausch zwischen beiden Städten die deutsche und französische Perspektive auf den Krieg und die ehemalige Erbfeindschaft aufgezeigt.

Die Gütersloher Biographien des Ersten Weltkriegs sind weiter ein Thema, sagt Museumsleiter Dr. Westheider. Ausstellungen sollen folgen – bis sich das Kriegsende 2018 jährt.